Übergang in Gottes Hand

Die evangelische Beerdigung

Abschied vom Leben nehmen, jemanden gehen lassen – aus ureigener christlicher Sicht werden sterbende Menschen und Trauernde in den Tod und durch einen Verlust hindurch begleitet.

Die evangelische Beerdigung gilt einem verstorbenen Mitglied einer evangelischen Gemeinde als Übergangsritus in den „in Gott aufgehoben geglaubten Tod“, also in Gottes Hand. Sie soll aber als gesamtes Geschehen genauso den Hinterbliebenen und all jenen, die Gäste in Trauergottesdiensten oder Verabschiedungen sind, Trost und Hilfe sein.

Seelsorgerliche Begleitung vor dem Tod

Wer in unseren Gemeinden stirbt, wurde im Idealfall vor seinem Tod seelsorgerlich begleitet. Dies geschieht vor allem da, wo Gemeindeglieder eine enge Bindung zur Kirche gepflegt und gelebt haben, und natürlich, wo ihr Tod vorauszusehen war – bei Krankheit oder im Alter. Es kann eine sehr wichtige und sehr intensive Erfahrung für die Sterbenden selbst, aber auch für ihre Familien sein, noch einmal ein Abendmahl miteinander zu feiern. Nach evangelischem Verständnis ist die Feier des Abendmahls kein „Sterbesakrament“, sondern die Möglichkeit, in der Gegenwart Jesu Vergebung, Gemeinschaft und Freude zu erfahren.

Man kann erleben, dass Menschen mit dem Sterben bis zu einer solchen Feier „warten“. Man kann aber auch erleben, dass sich Menschen durch eine solche Feier gestärkt und getröstet wieder erholen und Zeit gewinnen, sich auf ihr Sterben auch im Abschiednehmen von ihrer Familie, im Abschiednehmen und Loslassen versäumter Gelegenheiten und Schicksalsschlägen im Leben, im Verarbeiten noch offener Trauer und im Akzeptieren des eigenen Todes, vorzubereiten.

Nicht immer möchte ein Sterbender Abendmahl feiern; fast immer aber wird ein Segnen gerne angenommen. Der in der Beerdigung vorgesehene „Valetsegen“ [4] kann hier persönlich unter Handauflegung zugesprochen werden und ist für den Sterbenden im eigenen Erleben wirksam. Auch ein vorgesungenes bekanntes Kirchenlied [5] aus vergangenen Tagen oder lieb gewordene Bibelstellen und gemeinsames Gebet werden manchmal verlangt oder einfach gerne angenommen. Manchmal ist auch nur die Tatsache eines Besuches des Pfarrers/der Pfarrerin oder einer Krankenhausseelsorge, auch wenn „nur“ Hand gehalten oder still gesegnet wird, spürbare Anerkennung und Zeichen, dass die Kirche als Gemeinschaft, der ein Mensch angehört, sein oder ihr Sterben sieht und begleitet.

Die kirchliche Begleitung der Hinterbliebenen

Wenn ein Menschen gestorben ist und der Kontakt mit dem Pfarrer/der Pfarrerin hergestellt wurde, treffen sich die Angehörigen und der Pfarrer/die Pfarrerin zum sogenannten Beerdigungsgespräch. Hier werden zuerst je nach den Umständen eines Todes, Entsetzen, Erschrecken, Klage, Fragen und Vorwurf angebracht, aber auch dankbare Traurigkeit, ausgesprochene Liebe oder stiller Kummer mitgeteilt. Es wird versucht, das Geschehene zu „verstehen“. Im Angesicht eines schweren Verlustes sind Menschen für rationale Argumente nicht zugänglich. Es liegt an der Person des Pfarrers oder der Pfarrerin, intuitiv aus den sehr persönlichen Gesprächen mit der hinterbliebenen Familie die wesentlichen Momente des Lebens und der Person eines verstorbenen Menschen sowie seine Beziehung zu den Trauernden und die „Lücke“, die er/sie in ihrem Leben hinterlässt, zu erfassen. Der unmittelbar erfahrene Tod gibt diesem Gespräch seine „Dichte“ und macht solches Erfassen erst möglich. Alles, was für die Angehörigen wichtig ist „aufzuheben“, das heißt, in der Trauerfeier zu erwähnen ist, wird hier besprochen.

Sehr häufig ist es üblich, dem Pfarrer oder der Pfarrerin einen Lebenslauf zu überreichen. In dieser Sitte kommt zum Ausdruck: das Leben des Verstorbenen möge nicht vergessen und zumindest noch einmal als Gesamtbild in Erinnerung gebracht werden. Die Angehörigen vermitteln im Gespräch möglicherweise auch über diesen Lebenslauf ein Bild des Verstorbenen sowie ein Bild seiner Bedeutung für sie und ein Bild der Beziehung, die sie miteinander hatten – der Pfarrer/die Pfarrerin versucht, diesem Bild in der Trauerfeier würdig gerecht zu werden, sowohl für den Verstorbenen als auch für die Hinterbliebenen.

Wie am Anfang des Lebens und zu allen wichtigen Stationen eines „kirchlichen“ Lebens wird auch jetzt ein biblisches Wort gewählt. Manchmal ist dieses Wort der Konfirmandenspruch des Verstorbenen. Häufiger wird ein eigenes Wort gesucht, meistens nicht von den Hinterbliebenen, sondern von der Pfarrerin/vom Pfarrer. Ihre/Seine Aufgabe ist es, in der Wahl des Wortes die seelsorgerliche Situation zu erfassen und durch die Auslegung in der Feier kann er/sie helfen, die Angehörigen durch den Verlust hindurch zu begleiten.

Die Beerdigungsfeier

Die Beerdigungsfeier ist ein Gottesdienst, der deutlich macht, dass wir nach christlichem Verständnis von Gott gekommen sind und zu Gott gehen.
Sie haben die Möglichkeit, die Feier mit Ihren Liedwünschen mitzugestalten und das Bibelwort für die Predigt auszusuchen.

In unserer Gemeinde ist die Urnenbestattung genauso üblich wie die Erdbestattung. Bei der Entscheidung hilft ihnen der Bestatter Ihres Vertrauens. Dieser kontaktiert dann auch die zuständige Pfarrgemeinde und vereinbart für Sie den Termin für ein Beerdigungsgespräch und die Beerdigung. Er wickelt auch die Beerdigungskosten für Sie ab.

Falls Sie ein Grab oder eine Urne auf dem evangelischen Friedhof kaufen müssen, kontaktieren Sie bitte Frau Else Krautsak: 03352/32283.
Die Kosten für eine Beerdigung betragen: 180€ inkl. Organist und Gemeindegesang.
 

Der Friedhof in Oberwart

Hier finden Sie weitere Informationen zum Friedhof der Evangelischen Pfarrgemeinde in Oberwart.

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